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Das informelle Treffen sollte dazu dienen, Kontakt mit den Politikern in der SPD-Landtagsfraktion holzschuher_spdaufzunehmen, die die Geschicke der Landesjustiz bestimmen. Die Erörterung von Sachthemen und der Austausch von Positionen standen dabei nicht im Vordergrund.

In entspannter Atmosphäre erläuterte Marc Gernert die Gründe für die Ablehnung der Gerichtsschließung sowie der Einrichtung eines zentralen Grundbuchamts. Ralf Holzschuher machte deutlich, dass die Abgeordneten der SPD-Fraktion keiner Schließung von Gerichten zustimmen würden, die nicht sachlich begründet ist. Man dürfe natürlich über die Schließung von Gerichten genau so wie über die Schließung anderer Behörden nachdenken. Dabei müssen aber immer plausible Gründe vorliegen, die einen solch weit reichenden Schritt rechtfertigen. Ralf Holzschuher betonte, dass man keine Gerichte aus reinem Aktionismus schließen wolle. Die Zusammenlegung von Gerichten müsse in eine Reform eingebettet sein, die auch den Namen verdiene.

Auch vom Sinn eines zentralen Grundbuchamts sei er noch nicht überzeugt worden, so Holzschuher. Er könne sich nur schwer vorstellen, dass so ein Amt völlig losgelöst von den anderen Abteilungen eines Gerichts funktionieren würde. Ohne Digitalisierung der Grundakten sei dies ohnehin derzeit kein aktuelles Thema.

Auf die in der nächsten Legislaturperiode weiterhin drohenden Stelleneinsparungen in der Justiz angesprochen, erläuterte Ralf Holzschuher, dass Sparpolitik im Land Brandenburg auch Personaleinsparungen beinhalte. Daran müsse sich auch die Justiz beteiligen. Dies dürfe aber keinesfalls dazu führen, dass man die Justiz handlungsunfähig spare! Außerdem müsse Brandenburg - trotz notwendigem Sparkurs - attraktiv für Nachwuchskräfte bleiben und die Aufgabe einer drohenden Überalterung in der Verwaltung meistern.