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Fürstenwalde als Gerichtsstandort über die Jahrhunderte

 

Vor 20 Zuhörerinnen und Zuhörern zeichnete Guido Strohfeldt, Direktor des Museums Fürstenwalde einen bunten und spannenden Reigen über die Jahrhunderte der Stadt- und Justizgeschichte Fürstenwaldes im Rahmen eines Rechtspflegerstammtisches.

 

In dem historischen Ambiente des Gewölbekellers im Bischofsschloss Fürstenwalde schlug Strohfeldt einen Bogen, der von Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1945 reichte. Konnte man im Mittelalter noch die „Gerichtssamkeit“ vom Landesherrn kaufen oder auch geschenkt bekommen – so geschehen, bei ersten Gerichtsherrn Fürstenwaldes, dem Ritter von Lochen um 1350 – wurde erst im Jahr 1879 ein Amtsgericht in Fürstenwalde etabliert, dass den modernen Besetzungsrichtlinien des Gerichtsverfassungsgesetzes entsprach.

 

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 Quelle: Museum Fürstenwalde

 

Das Amtsgerichtsgebäude befand sich an der Stelle an der heute die Sparkasse Oder-Spree steht. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges Stand an dieser Stelle bis zur Errichtung der Sparkasse ein Gefängnis – der erste Neubau in Fürstenwalde nach Kriegsende. Somit ist das heutige Amtsgericht in der Fürstengalerie nahezu wieder an seinen historischen Platz gerückt.

 

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 Quelle: Museum Fürstenwalde

 

Erfahrungsgemäß liegt der Fokus der Chronisten stets auf der Strafjustiz und so konnte Guido Strohfeldt auch einiges über die Strafjustiz in Fürstenwalde berichten. Tagte im Mittelalter das Gericht noch in der Gerichtslaube am alten Rathaus – immerhin eine Neuerung, saß man doch als Gericht im Trockenen und nicht wie davor unter freiem Himmel – ging man erst im 18. Jahrhundert dazu über, in Gebäude Sitzungen abzuhalten.

 

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Quelle: Museum Fürstenwalde 

 

Gut dokumentiert ist auch die Vollstreckung von Urteilen. So ist der Kriminalfall, der 1725 zur letzten verzeichneten Hinrichtung in Fürstenwalde führte, gut dokumentiert. Die Magd Margarete Lump erschlug aus Habgier ihre Herrin und wurde letztlich dafür auf dem Galgenberg – heute eine Grünfläche hinter dem Fürstenwalder Hof - nach Folter mit glühenden Zangen gehängt und aufs Rad geflochten.