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Insgesamt 24 Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger aus Brandenburg haben sich auf den Weg in das Herzen des Ruhrgebiets gemacht. Dort hatten sie Gelegenheit – neben der Teilnahme am offiziellen Programm – sich im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus nahezu allen anderen Bundesländern über den bundesweiten Berufsstand des Rechtspflegers, die Besonderheiten in den einzelnen Bundesländern und die Zukunftsaussichten unseres Berufes zu informieren.

Der offizielle Teil des Programms wurde am 20. September 2012 von der Festveranstaltung gekrönt. Anders als noch in Potsdam 2008 hatte die Bundesministerin der Justiz Frau Leutheusser-Schnarrenberger den Weg nicht nach Essen gefunden, immerhin aber einen Vertreter entsandt, dessen Grußwort allerdings blass blieb.

Übereinstimmend wurde durch die Festredner betont, dass die hochwertige und zuverlässige Arbeit der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger auf allen Rechtsgebieten dazu beiträgt, Deutschland als sicheren, attraktiven und zukunftsfähigen Standort für Industrie, Handel und Gewerbe zu erhalten.

Der Präsident der Europäischen Union der Rechtspfleger hob hervor, dass zunehmend auch andere Staaten in Europa Interesse am Modell "Rechtspfleger" haben und über dessen Einführung nachdenken.

 

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Der die Festveranstaltung flankierende Delegiertentag verabschiedete einige Resolutionen (Näheres unter www.bdr-online.de). Neben den Forderungen nach statusrechtlichen Verbesserungen, auskömmlicher Personalausstattung sowie verbesserter Bezahlung hat sich der Delegiertentag für die Einführung der Vertrauensarbeitszeit für Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger ausgesprochen. Wir begrüßen diese Entschließung ausdrücklich hinsichtlich Flexibilisierung der Arbeitzeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Außerdem stellt diese Entscheidung eine konsequente staatsrechtliche Würdigung der sachlichen Unabhängigkeit der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger dar.

Stimmungsvoller Höhepunkt des Begleitprogramms war zweifelsohne die Rechtspflegerparty am 20. September in der Dampfbierbrauerei in Essen-Borbeck. Es ergab sich die Gelegenheit in lockerer Atmosphäre mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern und Bundesländern ins Gespräch zu kommen - es gab Wiedersehen mit Kolleginnen und Kollegen, die man viele Jahre nicht mehr getroffen hatte.

 

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Neben all diesen positiven Eindrücken, die den 33. Deutschen Rechtspflegertag zu einer soliden Veranstaltung haben werden lassen, fehlte doch ein wenig der Glanz und Esprit. Dazu trug eventuell bereits die Wahl des Standortes Essen bei. Diese durch Strukturwandel gekennzeichnet (gezeichnete) Stadt im Herzen einer im tiefgreifenden Wandel begriffenen Region, hat jedem Besucher klar vor Augen geführt, was Deindustrialisierung für Auswirkungen haben kann.

Die stillgelegte Zeche ZOLLVEREIN und die angeschlossene Kokerei, deren Besuch ebenfalls Bestandteil des Begleitprogramms war, zeugten eindrucksvoll davon, welche Mühen und Energien hier einst am Werke waren … und heute lediglich noch Kulisse einer längst vergangen Zeit sind.

Der 34. Deutsche Rechtspflegertag findet 2016 in Rheinland-Pfalz statt.


Marc – Oliver Gernert
Vorsitzender BDR LV Brandenburg

 

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